Noch nie zuvor hatte ich mir ernsthafte Gedanken darüber gemacht, warum der Champagner eigentlich „Veuve Clicqout“ heißt und was es mit dieser alten Dame auf sich hat. Umso mehr freue ich mich, dass ich nun genau Bescheid weiß! Und was soll ich sagen? Dank meines prickelnden Lesevergnügens vor ein paar Monaten, kann ich diesen Champagner nun noch mehr genießen und werde nicht müde, von dieser großartigen Frau zu erzählen. Ihre Lebensgeschichte beeindruckt mich.
Wer ist die Witwe Clicquot?
Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin heißt die Frau, die auch oft die „Grande Dame de la Champagne“ genannt wird. Sie ist eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen des 19. Jahrhunderts. Ohne sie würde es „Veuve Clicquot“ in unserer heutigen Form nicht geben. Sie hat aus einem kleinen Familienbetrieb eines der größten und bekanntesten Champagnerhäuser der Welt gemacht und war die erste Frau, die ein Champagnerhaus führte. Sie war eine echte Verkaufsqueen!
Ihre Erfolgsgeschichte beginnt jedoch alles andere als glamourös. Im Jahr 1805 mit gerade einmal 27 Jahren wird sie Witwe und steht plötzlich als Alleinerziehende mit einer kleinen Tochter da. Ohne Ausbildung und Berufserfahrung übernimmt sie das kleine Familienunternehmen – einen Weinhandel und macht daraus innerhalb weniger Jahre ein Champagner-Imperium.
Wie das geht?
Sie sah die Chance und nicht das Scheitern
Obwohl die Witwe Clicquot sehr in Trauer um ihren Mann war und es für eine Frau zur damaligen Zeit alles andere als normal war, Unternehmerin zu sein, erkannte sie eine Chance, die sich ihr bot: den familiengeführten Weinhandel selbst weiterzuführen. Sie hätte sich zurückziehen und ein finanziell sorgenfreies Leben mit ihrer Tochter führen können. Doch das tat sie nicht. Stattdessen überzeugte sie ihren Schwiegervater davon, ihr die Firma zu überlassen. Es muss sie wahnsinnig viel Mut gekostet haben, diese Entscheidung zu treffen. Sie widersetzte sich damit allen damaligen gesellschaftlichen Normen und ging ihren eigenen Weg. Sie begnügte sich nicht mit der für sie vorgesehenen Rolle.
Die Witwe Clicquot zeigt uns damit, wie wichtig es ist, Chancen zu erkennen und sie zu ergreifen. Auch für uns ergeben sich jeden Tag immer wieder neue Chancen, unsere Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Doch oft erkennen wir sie nicht als solche. Und manchmal, da trauen wir uns auch einfach nicht, eine neue Verkaufschance zu ergreifen. Wir fragen uns, ob wir die uns empfohlenen Kund*innen wirklich direkt ansprechen sollten. Und wir sind uns unsicher, ob wir ihnen wirklich diesen Preis vorschlagen können.
Auch die Witwe Clicquot hat mit Sicherheit zu Beginn ihrer Tätigkeit als Unternehmerin nicht geahnt, auf was sie sich da genau einlässt. Aber sie hat es trotzdem gewagt. Nach den Napoleonischen Kriegen war sie die Erste, die es noch vor ihren Konkurrenten schaffte, ein Schiff mit ihrem Champagner nach Russland zu schicken. Sie ging damit ein großes Risiko ein. Doch am Ende war es ein voller Erfolg. Auch wir können nicht alles bis ins kleinste Detail abwägen, damit wir maximale Sicherheit haben. Wenn wir zum Beispiel neue Kund*innen akquirieren und ihnen einen Preis nennen, dann ist das auch immer ein Risiko und das Projekt kann scheitern. Kund*innen können Nein sagen. Kund*innen können abspringen. Doch- wie uns auch die Witwe Clicquot vor Augen führt- ist es immer einen Versuch wert. Und genau deshalb sollten wir maximal offen für jede Verkaufschance sein, die sich uns bietet und sie mutig ergreifen.
Sie hatte Unterstützer
Zu Beginn ihrer Tätigkeit als Unternehmerin war es zunächst ihr Schwiegervater Philippe Clicquot, der ihr einen enormen Vertrauensvorschuss gab. Er ließ sich von ihrem Ehrgeiz und ihrer Begeisterung anstecken und glaubte an sie. Er half ihr und investierte selbst in die Firma, die die Witwe Clicquot leiten wollte.
Ihr Schwiegervater war es auch, der ihr den Weinhändler Alexandre Jérôme Fourneaux an die Seite stellte. In den ersten Jahren war er ihr Geschäftspartner und Ausbilder.
Louis Bohne- ihr Handelsvertreter unterstützte die Witwe Clicquot beim Absatz des Champagners in die Welt. Er reiste für sie nach Deutschland, Österreich und Russland- immer bemüht, möglichst viele Champagnerbestellungen zu erhalten.
All das zeigt uns, dass selbst eine so erfolgreiche Frau wie die Witwe Clicquot Menschen brauchte, die an sie glaubten und die sie unterstützten. Menschen, von denen sie lernen konnte. Wir sollten uns unbedingt klar machen, dass wir nicht alles können müssen. Auch mir fiel das Verkaufen am Anfang meiner Karriere nicht immer einfach. Aber ich hatte Kolleg*innen, Mentor*innen und Trainer*innen, die mir dabei geholfen haben, mich weiterzuentwickeln. All ihre Tipps habe ich aufgesaugt wie ein Schwamm. Das und meine eigenen Verkaufserfahrungen haben mich über die Jahre zu der Verkäuferin gemacht, die ich heute bin. Wir sollten deshalb Hilfe annehmen und bereit sein, zu lernen, um besser zu werden.
Sie glaubten an ihren Erfolg
Krieg, Militärblockaden und Handelssperren machten es Geschäftsleuten zur damaligen Zeit enorm schwer. Auch der Erfolg der Witwe Clicquot war äußerst ungewiss. Doch sie hatte einen starken Willen, war sehr entschlossen und glaubte an sich. Selbst als ihr Unternehmen Liquiditätsengpässe hatte, hielt sie nichts davon ab, ihren eigenen Schmuck zu verkaufen.
Auch wir sollten- wie die Witwe Clicquot, fest an unsere Verkaufserfolge glauben – seien die Umstände auch noch so schwer. Die Witwe Clicquot musste viele Niederlagen hinnehmen. So auch als sie ihren Champagner für die Verschiffung nach Amsterdam schickte und der Hafen dort plötzlich kriegsbedingt geschlossen wurde. Ihr blieb nichts anderes übrig, als ihren Champagner in Amsterdam zu lagern. Doch nur wenige Flaschen überlebten das, der Rest war ungenießbar. Eine wirtschaftliche Katastrophe! Aufgeben kam für die Witwe Clicquot jedoch nicht in Frage. Sie machte weiter und suchte nach Lösungen. Auch für uns gibt es Hürden und Hindernisse beim Verkaufen. Kund*innen springen ab, sie drücken den Preis oder sie entscheiden sich für die Konkurrenz. Es wird immer längere Durststrecken geben, in denen wir nichts verkaufen, erfolglos sind und keine neuen Kund*innen für uns gewinnen. Wichtig ist, dass wir nicht aufgeben und weitermachen. Wenn wir an unseren Verkaufserfolg wirklich glauben, dann finden wir Lösungen und bleiben positiv.
Mehr zur Witwe Clicquot erfährst du hier.